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Lisa Marie Borchard erhält ein sechsmonatiges Exposéstipendium von der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Mit Hilfe dieser Förderung soll ein Exposé ihres Projektes entstehen und der Übergang vom Studium zur Promotion erleichtert werden. Unterstützung gibt es natürlich auch vom Veterinär-Anatomischen Institut.

In Vorbereitung auf Röntgenaufnahmen wird Minishetty-Stute Davina von Lisa Borchard mit Hilfe des Targetstabes in die gewünschte Kopf-Hals-Haltungen geführt. Foto: Franziska Wagner

In Vorbereitung auf Röntgenaufnahmen wird Minishetty-Stute Davina von Lisa Borchard mit Hilfe des Targetstabes in die gewünschte Kopf-Hals-Haltungen geführt. Foto: Franziska Wagner

Seit Anfang Mai ist Lisa Borchard Doktorandin am Veterinär-Anatomischen Institut, betreut von Professor Dr. Christoph Mülling und PD Dr. Jenny Hagen. Neben ihrem Stipendium bringt sie jede Menge Engagement und frische Ideen mit. Die kommenden sechs Monate will sie ihrem Dissertationsvorhaben widmen:

"Untersuchung des dreidimensionalen Bewegungsspielraumes der intervertebralen Gelenke der Halswirbelsäule des Pferdes in Abhängigkeit verschiedener Kopf-Hals-Haltungen mit Hilfe von Biplanarer Hochfrequenz-Fluoreszenz-Kinematographie"

Grundlage dieses Forschungsprojektes ist die Bewegungsanalyse mittels Biplanarer Hochfrequenz-Fluoreszenz-Kinematographie (FluoKin), welche hier am Institut mit einer hochspezialisierten Röntgen-Anlage sowie adaptiertem Laufband umgesetzt wird.

In diesem Zusammenhang wird Lisa Borchard ihr Stipendium in der Arbeitsgruppe FluoKin einbringen. Weiterhin ist sie als Mitglied der Graduiertengruppe InteReBio in das strukturelle Promotionsprogramm des Graduiertenzentrums Lebenswissenschaften in der Research Academy Leipzig (RAL) eingebunden.

Fokus Halswirbelsäule

Im Mittelpunkt aller Mühen steht die equine Halswirbelsäule – ein sehr empfindlicher Bereich des Pferdes mit häufigen pathologischen Veränderungen. Wichtige Erkenntnisse über die Beweglichkeit der Halswirbelgelenke gewinnen und daraus unter anderem Rückschlüsse auf eine physiologische Kopf-Hals-Haltung beim Reiten ziehen, das sind die Schwerpunkte des Forschungsvorhabens von Lisa Borchard. Sie will somit einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz im Pferdesport leisten.

Für das Projekt werden vier Minishetlandponys vom Brahmetal bereitgestellt und „wohnen“ für eine Woche auf dem Campus. Vor den Versuchen werden die Ponys regelmäßig trainiert, so dass sie auf den Versuchsablauf vorbereitet sind. Auf dem Foto wird gerade die Minishetty-Stute Davina mit dem Targetstab in die gewünschte Kopf-Hals-Haltung positioniert, in der sie später geröntgt werden soll. Pony und Tierärztin haben sichtlich Spaß bei ihrem Workout.

Bewegungsanalyse

In der FluoKin-Anlage wird die Kinematik der equinen Halswirbelsäule in klinisch relevanten Regionen mit einzigartiger Präzision analysiert. Die Anlage befindet sich auf dem Gelände des Veterinär-Anatomischen Instituts und liefert mit bis zu 500 Bildern pro Sekunde neuste Erkenntnisse über die Lokomotion der Tiere. Auf die Ergebnisse von Lisa Borchards Doktorarbeit dürfen wir also gespannt sein.

Als Projektpartner beteiligen sich die Tierklinik Lüsche GmbH, die International Veterinary Chiropractic Association (IVCA) sowie natürlich die Minishetties vom Brahmetal, für deren Unterstützung wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken möchten.