Historie unseres Instituts

  • Das Leipziger Institut für Virologie wurde am 30. August 1994 auf der Grundlage des Sächsischen Hochschulgesetzes vom 4. August 1993 gegründet. Im Benehmen mit der Veterinärmedizinischen Fakultät wurde gemäß § 146 Abs. 4 i.V.m. § 109 des Gesetzes über die Hochschulen im Freistaat Sachsen (Sächsisches Hochschulgesetz) vom 04. August 1993 wurde Prof. Dr. med. vet. Hermann Müller am 17.10.1994 vom Sächsischen Staatsminister für Wissenschaft und Kunst zu seinem Direktor ernannt. Mit Wirkung vom 15.12.1993 hatte der in Gießen habilitierte Fachtierarzt für Mikrobiologie und außerplanmäßige Professor den Ruf auf die C4-Professur für Virologie einschließlich Diagnostik an der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig angenommen. An der Fakultät hatte er in diesem Fach bereits im Sommersemester 1993 Vorlesungen gehalten und Prüfungen abgenommen.
  • Das Institut für Virologie ist in den Laborräumen der virologischen Abteilung des Vorgängerinstituts und den Räumen des ehemaligen Instituts für Tierernährung untergebracht. Nach Umbau- und Renovierungsarbeiten konnte es im Sommer 1995 seine experimentellen und diagnostischen Arbeiten aufnehmen. Das knapp 460 qm große Institut wurde aus Mitteln des Freistaates Sachsen, des Fonds der Chemischen Industrie und verschiedener anderer Drittmittelgeber mit hochwertigen Geräten und Einrichtungen ausgestattet. Mit einem Gentechniklabor der Sicherheitsstufe 2 und einem Radionuklidlabor (Labortyp C) entspricht es modernen Standards.
  • In der Lehre sollen die Studierenden der Veterinärmedizin mit Grundsätzlichem zur Pathogenese von Viruskrankheiten sowie den Grundlagen ihrer Erkennung, Kontrolle und Vorbeugung vertraut gemacht werden. Vorlesungen über Allgemeine/Spezielle Virologie sowie Tierseuchenlehre  finden im dritten und im vierten Studienjahr statt. Eine praktische Einführung in die virologische Diagnostik ist Teil der Lehre im vierten Studienjahr. Regelmäßig absolvieren Studierende einen Teil ihrer Praktika gemäß TAppO im Institut. Doktorandinnen und Doktoranden nehmen an den Seminaren und Fortbildungsveranstaltungen des Instituts teil. Darüber hinaus wird ein Gentechnik-Intensiv-Praktikum für Projektstudenten mit unterschiedlichen Themen angeboten.
  • Das Institut für Virologie betreibt Grundlagenforschung und angewandte Forschung zu Viruskrankheiten der Tiere. Mit modernen molekularbiologischen Methoden werden Fragen der Pathogenese von Viruskrankheiten am Beispiel verschiedener DNA- und RNA-Viren untersucht. Diese haben über ihren Modell-Charakter hinaus auch wirtschaftliche Bedeutung oder können die Erreger von Erkrankungen des Menschen sein. Ziel ist es, die molekularen Grundlagen für ihre ungewöhnliche Zell- und Wirtsspezifität auf der Ebene von Virusbindung (Adsorption), Eintritt in die Wirtszelle (Penetration) und Vermehrung (Replikation) aufzuklären. Für einige dieser auch wirtschaftlich bedeutsamen Virusinfektionen werden mit den Methoden der Gentechnik potente Impfstoffe und Diagnostika entwickelt. Forschungsförderung erfolgt unter anderem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, verschiedene Bundesministerien, die Europäische Union, den Fonds der Chemischen Industrie und industrielle Partner.
  • In der Diagnostik werden Virusinfektionen bei Tieren mit den herkömmlichen virologischen Untersuchungsverfahren und mit modernen molekularbiologischen Methoden nachgewiesen. Ein Schwerpunkt ist dabei das Bestreben, die Leistungsfähigkeit der verschiedenen Methoden vor allem im Hinblick auf Spezifität und Sensitivität zu vergleichen und eventuell zu verbessern.
  • Die personelle Ausstattung umfasst derzeit eine permanente und zwei befristete Stellen für Wissenschaftler, eine Stelle für technische Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen, eine Sekretärin und einen Laboranten. Weitere technische Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen und Doktoranden bzw. Doktorandinnen werden aus Drittmitteln finanziert.
  • Das Institut für Virologie ist Mitglied des am 15. Dezember 2004 gegründeten Joint-venture Infektionsmedizin (Zentrum für Infektionsmedizin) an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig.
  • Seit 01.10.2010 leitet Herr Prof. Dr. Dr. Thomas W. Vahlenkamp das Institut für Virologie. Er studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Veterinärmedizin, wurde dort 1993 promoviert, erwarb 1997 den Philosophical Doctor (PhD) and der Universität Utrecht (Niederlande), und habilitiert im Jahr 2005 für die Fächer ‚Virologie‘ und ‚Immunologie‘ am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin. Er ist Fachtierarzt für Virologie, Fachtierarzt für Immunologie und Fachtierarzt für Bakteriologie und Mykologie. Für die Ausbildung zum Fachtierarzt ist das Institut für Virologie als Weiterbildungsstätte für die Gebietsbezeichnung ‚Virologie‘ und ‚Immunologie‘ anerkannt.
  • Im Jahr 2012 wurden die Laborräume des Instituts grundsätzlichen Renovierungsarbeiten unterzogen. In diesem Zusammenhang wurde die Core-Unit-Durchflußzytometrie (CUDZ) der Veterinärmedizinischen Fakultät in den Räumen des S2-Labors integriert. Die CUDZ wurde mit zwei durch Mittel der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) und des Freistaates Sachsen eingeworbenen Großgeräten (BD FACSAriaTMIII 5 Laser, BD LSRFortessaTM 5L) ausgestattet. Das Radionuklidlabor (Labortyp C) wurde im Zuge des Umbaus aufgegeben.
  • Das Institut für Virologie wurde im Jahre 2012 von der Weltorganisation für Tiergesundheit (Office des Epizooties, OIE) mit Sitz in Paris zum Referenzlabor für Enzootische Bovine Leukose (EBL) ernannt.
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