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Der Nematode Haemonchus contortus, auch „gedrehter“ oder „roter Magenwurm“ genannt, gehört zu den wichtigsten Endoparasiten bei kleinen Wiederkäuern und Neuweltkameliden. Eine Infektion kann zu schwerwiegenden Erkrankungen bis hin zu Todesfällen führen.
Da die im Kot ausgeschiedenen Eier von Haemonchus contortus nicht von Eiern anderer Magen-Darm-Strongyliden zu unterscheiden sind, ist eine Infektion nicht mit einer herkömmlichen Kotuntersuchung (Flotations-Sedimentations-Methode) festzustellen.

In unserem Labor können Eier von Haemonchus contortus mithilfe eines speziellen Nachweisverfahrens, der PNA-FITC-Färbung („Peanut-Agglutinin-Flourophore-Flourescein-Isothiocyanate“) diagnostiziert werden. Dabei behandelt man die in der Kotprobe vorhandenen Parasiten-Eier mit einem Protein, welches an einen floureszierenden Farbstoff gebunden ist. Das Protein lagert sich an die Hülle von Haemonchus contortus-Eiern an und lässt diese unter UV-Licht sichtbar werden (s. Bild).

Vorteile: 

  • Schnelle, sichere und kostengünstige Durchführung
  • Anlegen einer zeitintensiven Larvenkultur entfällt
  • Durchführung einer molekularbiologischen Untersuchung (PCR) nicht notwendig 

Nachteil:

Kotproben mit geringen Eimengen sind für das Verfahren ungeeignet. In diesen Fällen kann auf Wunsch eine PCR durchgeführt werden.