Die Seite richtet sich an Pferdebesitzerinnen und -besitzer, Tierärztinnen und -ärzte sowie Schmiedinnen und Schmiede mit Interesse an einer Ausbildung.

Auszubildender beim Hufbeschlag
Auszubildung zum Hufschmied: Auszubildender Thomas Frank beim Hufbeschlag. Foto: Swen Reichhold

Neue Schuhe für Ihr Pferd

Der Hufbeschlaglehrmeister Jens Schlüssel ist für die orthopädischen Maßnahmen an den Patienten der Klinik für Pferde und die Betreuung von Pferden außerhalb der Fakultät zuständig.

Dienstleistungen der Hufbeschlagschule

  • Hufpflege/Ausschneiden für Barfußpferde
  • Hufbeschlag für Freizeitreiter, Dressur, Springen, Fahrpferde
  • Orthopädische und Korrekturbeschläge für Pferde mit Fehlstellungen oder Krankheiten
  • Alternativbeschläge mit Aluminium oder Kunststoffhufschuhe
  • Diagnostik und Behandlung von Hufkrankheiten wie:
    • Hufabszesse
    • Hornsäulen
    • Hornspalten
    • Hufkrebs
    • Hufrehe

Unsere Lehrschmiede

Durch die Ausbildung nachkommender Hufbeschlagschmiede im Rahmen der Einführungskurse und Vorbereitungslehrgänge wird die große praktische Erfahrung und das theoretische Fundament durch den Lehrmeister weitergegeben.

Das Gebäude der Hufbeschlagschule befindet sich im Campus der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig, auf der rechten Seite sofort nach dem Campuseingang.

Zur Hufbeschlagschule gehören eine Schmiede mit vier Feuerstellen und zwei Seminarräume (Theoriesaal und Übungssaal mit Hufhaltevorrichtungen).

Ausbildungen

nächster Lehrgang

Einführungslehrgang:                     07.10.2019 bis 01.11.2019

Vorbereitungslehrgang:                  19.08.2019 bis 19.12.2019 und  07.01.2020 bis 30.04.2020

Nur die staatliche Anerkennung gemäß § 4 Hufbeschlaggesetz berechtigt zur selbstständigen Ausübung des Berufes Hufbeschlagschmied.

Voraussetzungen für die Anerkennung:

  • eine erfolgreich abgeschlossene Berufausbildung (staatlich anerkannter Beruf),

  • eine mindestens zweijährige sozialversicherungspflichtige hauptberufliche Beschäftigung bei einem Hufbeschlagschmied/einer Hufbeschlagschmiedin, der/die nach der staatlichen Anerkennung als Hufbeschlagschmied/Hufbeschlagschmiedin seit mindestens drei Jahren ein Hufbeschlaggewerbe betreibt,

  • eine erfolgreich bestandene Prüfung nach dem Besuch der erforderlichen Lehrgänge (Einführungslehrgang, Vorbereitungslehrgang) und

  • die zur Ausübung des Berufes erforderliche Zuverlässigkeit (Polizeiliches Führungszeugnis, aktuell)

    Der Huf- und Klauenbeschlag darf nur von geprüften und staatlich anerkannten Hufbeschlagschmieden/-schmiedinnen ausgeübt werden! Die Anerkennung als geprüfter Hufbeschlagschmied/-schmiedin ist im Gesetz über die Reform hufbeschlagrechtlicher Regelungen und zur Änderung tierschutzrechtlicher Vorschriften vom 19. April 2006 (BGBl. Jg 2006 Teil I Nr. 18 S. 900 ff) und der Verordnung über den Beschlag von Hufen und Klauen (Hufbeschlagverordnung – HufBeschlV) vom 15. Dezember 2006 (BGBl. I S. 3205) geregelt.

Ausbildung zum Hufbeschlag-Lehrschmied

Um die Prüfung zum staatlich anerkannten Hufbeschlaglehrschmied gemäß § 17 Hufbeschlagverordnung abzulegen und die anschließende Anerkennung zu erhalten, müssen die Bedingungen gemäß §5 Hufbeschlaggesetz erfüllt sein.

Bitte reichen Sie dazu folgende Dokumente ein:

  • Formloser Antrag

  • Lebenslauf

  • Aktuelles polizeiliches Führungszeugnis

  • staatliche Anerkennung als Hufbeschlagschmied/Hufbeschlagschmiedin,

  • Nachweis über eine mindestens fünfjährige hauptberufliche Tätigkeit als Hufbeschlagschmied oder Hufbeschlagschmiedin (Als Nachweis zählt der Gewerbeschein, der Eintrag in der Handwerksrolle oder ähnliche Dokumente.)

Es besteht die Möglichkeit, die Ausbildungszeit zu verkürzen. Dazu müssen Sie einen Antrag stellen und werden vom Prüfungsausschuss angehört (§ 17 Hufbe-schlV Abs. 3), der im Einzelfall die Entscheidung trifft. Die Begründung für die Verkürzung der Ausbildungszeit muss folgende Nachweise enthalten:

  • jährlicher Besuchen von Fortbildungsveranstaltungen während der mindestens fünfjährigen Tätigkeit als Hufbeschlagschmied oder -schmiedin

  • Nachweis der erforderlichen berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse

  • eine Erklärung darüber, ob und wo Sie bereits eine Prüfung zum Hufbeschlaglehrschmied oder -schmiedin abgelegt haben oder sich für diese angemeldet haben (formlos)

Wir können die Vollständigkeit dieser Informationen nicht garantieren. Bitte informieren Sie sich zusätzlich in den benannten Rechtsgrundlagen in der aktuellen Fassung.

Einführungslehrgang
Dauer:                    4 Wochen
Anzahl Teilnehmer:  max. 4 Personen
Kosten:                   1.000 Euro
Termine:                 siehe aktuell

Anmeldung: - formlose schriftliche Bewerbung
                  - Kopie des Zeugnisses der Berufsausbildung
                  - Lebenslauf
                  - aktuelles polizeiliches Führungszeugnis

Vorbereitungslehrgang
Dauer:                    4 Monate
Anzahl Teilnehmer:  max. 4 Personen
Kosten:                   3.100 Euro (ohne Prüfungsgebühr)
Termine:                 siehe aktuell

Anmeldung: - formlose schriftliche Bewerbung
                  - Kopie der Teilnahmebestätigung an einem Einführungslehrgang nach §6 Abs. 4 der HufBeschlV
                  - Kopie des Tätigkeitsnachweises nach §7 Abs. 2 der HufBeschlV
                  - Lebenslauf
                  - aktuelles polizeiliches Führungszeugnis (ist erst kurz vor Beginn des Lehrganges vorzulegen)

                  - Berichtshefter
                  - Anerkennungsurkunde des Hufbeschlagsschmieds, bei welchem Praktikum durchgeführt wurde

Information und Anmeldung:

Klinik für Pferde

Gunhild Berndt

An den Tierkliniken 21a

04103 Leipzig

Tel. (0341) 97 38 -2 06, Fax -2 18, berndt(at)vetmed.uni-leipzig.de

 

Geschichte der Hufbeschlagschule

Seit der Gründung der Tierarzneischule in Dresden im Jahre 1780 fand praktischer und theoretischer Unterricht im Schmieden von Hufeisen und Beschlagen von Pferden statt. Als die inzwischen zur Tierärztlichen Hochschule umgewandelte Ausbildungsstätte für Tierärzte 1923 nach Leipzig übersiedelte und als fünfte Fakultät, als Veterinärmedizinische Fakultät, in die Universität eingegliedert wurde, blieb die Lehrschmiede als Landeslehrschmiede Sachsen in Dresden.

An der zur Klinik für Pferde (ehemals Chirurgische Tierklinik) gehörenden Schmiede arbeiteten zwei Schmiedemeister, die die in die Kliniken eingelieferten Pferde beschlugen und Studierenden der Veterinärmedizin praktischen Anschauungsunterricht über orthopädische Beschläge bei Gliedmaßen- und vor allem bei Hufkrankheiten gaben.

Als sich 1946/47 ein akuter Mangel an Hufbeschlagschmieden bemerkbar machte, fragte der Obermeister der Leipziger Schmiedeinnung, Walter Poser, beim Geheimrat, Prof. Dr. O. Röder, dem damaligen Direktor der Klinik für Pferde (ehemals Chirurgische Tierklinik), an, ob nicht wie seinerzeit in Dresden an der Tierklinik Hufbeschlagschmiede ausgebildet werden könnten. Röder stimmte sofort zu.

Der seit vielen Jahren an der Klinik für Pferde (ehemals Chirurgische Tierklinik) tätige Schmiedemeister Kurt Kloß qualifizierte sich zum Hufbeschlaglehrmeister und die Veterinärmedizinische Fakultät beschloss die Gründung eines Instituts für Huf- und Klauenkunde, zu dessen Direktor der langjährige Oberassistent der Klinik für Pferde (ehemals Chirurgische Tierklinik), Dr. med. vet. habil. Hans Schleiter, als Professor für Hufbeschlag und Beschirrungskunde berufen wurde. Gleichzeitig war er Leiter der neu gegründeten Hufbeschlagschule.

Ab Januar 1952 liefen bis zum heutigen Tag 100 Vorbereitungslehrgänge für die Hufbeschlagprüfung, in denen über 600 Hufbeschlagschmiede ausgebildet wurden. Nachfolger des 1986 altersbedingt ausgeschiedenen Hufbeschlaglehrmeisters wurde Axel Berndt, der inzwischen 26 Lehrgänge geleitet hat. Dr. Hans Schleiter wurde 1956 als Professor für Veterinärchirurgie zum Direktor der Klinik für Pferde (ehemals Chirurgische Tierklinik) berufen und leitete die ihm anvertraute Einrichtung bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1986. Seitdem sind die jeweiligen Direktoren der Klinik gleichzeitig Leiter der Hufbeschlagschule. Es waren dies ab 1986 die Professoren Koch, Schneider, Ferguson und Brehm.

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