Ein breites Spektrum viraler Erreger konnte bei Wild- und Ziervögeln beschrieben werden. Auch Nutzgeflügel bleibt von möglichen Virusinfektionen nicht verschont. Die genaue Kenntnis der Erreger sowie ihrer Pathologie ist von zentraler Bedeutung für die Auswahl geeigneter Prophylaxe- und Behandlungsmaßnahmen. An unserem Institut wird die Prävalenz und molekulare Pathogenese einer Vielzahl aviärer Viren aus verschiedenen Familien untersucht.

Darstellung verschiedener Vögel und Untersuchungsergebnisse
verschiedene Vögel und Untersuchungsergebnisse, Foto: Kristin Heenemann, Antje Rückner, Michael Sieg

Erforschung diverser Virusinfektionen bei Vögeln

Epidemiologie und Pathogenese von Flavivirus-Infektionen bei Vögeln

Zielsetzung

Das Forschungsprojekt untersucht die Verbreitung und die Pathogenese von Infektionen mit Flaviviren bei verschiedenen Vogelspezies.  

 

Zusammenfassung

Flaviviren gehören zur Gruppe der sogenannten Arboviren, das heißt dass diese Erreger durch Arthropoden (Gliederfüßler) wie zum Beispiel Moskitos, Sandfliegen und Zecken übertragen werden.

Weltweit kennt man ca. 90 verschiede Flavivirus-Spezies, welche im Bereich der Humanmedizin teils große Bedeutung besitzen (z. B. Dengue-Virus, Gelbfieber-Virus und Zika-Virus). Veterinärmedizinisch sind in Deutschland im Wesentlichen das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME-Virus) sowie das Usutu- und das West-Nil-Virus von Bedeutung.

Diese Erreger kommen vor allen in (Wild-)Vögeln vor, können aber auch beim Pferd entsprechende Erkrankungen auslösen. Usutu-Viren wurden erstmal 2010 in Deutschland in Stechmücken nachgewiesen und waren in den darauf folgenden Jahren für ein massives Vogelsterben, vor allem bei Amseln, verantwortlich. Im Rahmen einer Kooperation mit der Klinik für Vögel und Reptilien der VMF und dem Friedrich-Loeffler-Institut in Riems konnten wir dabei erstmals zeigen, dass mindestens vier verschiedene Usutu-Virus-Typen gleichzeitig in Deutschland zirkulieren. Das Forschungsprojekt soll daher klären, ob es zwischen diesen Usutu-Virus-Typen Unterschiede hinsichtlich des Wirtsspektrums und deren Pathogenität gibt. Außerdem werden im Rahmen dieser Arbeiten umfangreiche Untersuchungen zur Epidemiologie des West-Nil-Virus durchgeführt.

Das Projekt wird Zusammenarbeit mit der Klinik für Vögel und Reptilien sowie dem Institut für Veterinär-Pathologie der Veterinärmedizinischen Fakultät durchgeführt.

 

Projektleiter

Prof. Dr. Dr. Thomas Vahlenkamp

 

Beteiligte Mitarbeiter

Dr. Michael Sieg

TÄ Maria Wald

Jana Schömburg

Katrin Erfurt

 

Kooperationspartner

Dr. habil. Volker Schmidt, Klinik für Vögel und Reptilien, VMF, Universität Leipzig

PD Dr. rer. nat. habil. Claudia Claus, Institut für Virologie, Universität Leipzig

 

Finanzierung

Dres. Jutta & Georg Bruns - Stiftung

 

Publikationen

Michel, F., Sieg, M., Fischer, D., Keller, M., Eiden, M., Reuschel, M., … & Ziegler, U. (2019). Evidence for West Nile Virus and Usutu Virus Infections in Wild and Resident Birds in Germany, 2017 and 2018. Viruses, 11(7), 674.

 

Sieg, M., Schmidt, V., Ziegler, U., Keller, M., Höper, D., Heenemann, K., ... & Vahlenkamp, T. W. (2017). Outbreak and cocirculation of three different Usutu virus strains in eastern Germany. Vector-Borne and Zoonotic Diseases, 17(9), 662-664.

Prävalenzstudie des Tauben Rotavirus der Gruppe A

Zielsetzung

Das Forschungsprojekt trägt zum Verständnis neu beschriebener Krankheitsausbrüche bei Tauben nach Rotavirus Infektionen bei.

 

Zusammenfassung

Im Jahr 2016 trat bei australischen Brieftauben eine Krankheit unbekannten Ursprungs auf, die zu Leistungseinbußen und hohen Sterblichkeitsraten aufgrund von Hepatitis führte. Weitere Untersuchungen ergaben, dass die Krankheit mit einem neuartigen aviären Rotavirus assoziiert war. Infektionen mit verschiedensten Rotaviren verursachen beim Menschen, aber auch bei anderen Säugetier- und Vogelspezies eine akute virale Gastroenteritis. Die Infektionen beschränken sich in der Regel auf den Magen-Darm-Trakt und sind selbstlimitierend, obwohl es vor allem bei jüngeren Tieren zu Todesfällen durch Dehydrierung kommen kann. Im Gegensatz dazu wurde gezeigt, dass das neu beschriebene Tauben-Rotavirus der Gruppe A systemische Infektionen verursacht, die zu klinischen Symptomen wie Apathie, flauschigem Gefieder, Appetitlosigkeit, Erbrechen, gestautem Kropf, Abmagerung und Durchfall führen. Züchter berichteten oft über Erkrankungs-Ausbrüche in Taubenschlägen, nachdem sie mit ihren Tieren an Ausstellungen teilgenommen hatten. Wir untersuchten daher das Vorhandensein von Tauben-Rotaviren der Gruppe A bei Tieren, die auf Ausstellungen gezeigt wurden, und verglichen diese Ergebnisse mit den beobachteten klinischen Symptomen bei den betroffenen Tieren.

 

Projektleiter

Prof. Dr. Dr. Thomas Vahlenkamp

 

Beteiligte Mitarbeiter

Dr. Antje Rückner

TÄ Maxi Harzer

 

Publikationen

Harzer, M., Heenemann, K., Sieg, M., Vahlenkamp, T., Freick, M., & Rückner, A. (2020). Prevalence of pigeon rotavirus infections: animal exhibitions as a risk factor for pigeon flocks. Archives of Virology, 1-8.

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