Für die diagnostische und forschungsbezogene Tätigkeit sind im Institut verschiedene Methoden und Verfahren etabliert. Die methodische Ausstattung des Instituts für Veterinär-Pathologie beinhaltet neben allen modernen Einrichtungen für die konventionelle Histologie eine sehr gut ausgestattete Immun- und Enzymhistochemie, Einrichtungen für die voll- und halbautomatische Morphometrie sowie für In-vitro-Methoden (Zellkultur) und molekularbiologische sowie serologische Verfahren.

Obduktionen

Im Rahmen der lehr- und forschungsbezogenen Dienstleistungen werden Obduktionen aller Tierarten (inkl. Wild- und Zootiere, Reptilien, Fische sowie Haus- und Wirtschaftsgeflügel) zur individuellen Ermittlung der Erkrankungs- und Todesursache sowie zur Diagnose als Basis tierärztlicher Maßnahmen bei Bestandserkrankungen einschließlich forensischer Sektionen durchgeführt.

In der Mehrzahl der Fälle ist eine Eingrenzung der Diagnose bereits nach der pathologisch-anatomischen Untersuchung möglich. Um eine Verdachtsdiagnose von den möglichen Differenzialdiagnosen abzugrenzen, werden während der Sektion fallbezogen Proben für weiterführende Untersuchungen wie z.B. histologische, bakteriologische/mykologische, parasitologische, virologische und toxikologische Diagnostik entnommen, sichergestellt und gegebenenfalls untersucht.

Beginn der diagnostischen Sektion einer verstorbenen Katze, Foto: Marcel Suchowski

Einsendungen, klinische Pathologie

Das im Rahmen der klinischen Diagnostik entnommene Untersuchungsmaterial (in der Regel Tumoren, Bioptate, zytologische Präparate) wird zur Diagnose und Charakterisierung (zum Beispiel Neoplasie, Entzündungen) der Veränderungen bearbeitet. Hierbei erfolgt selbstverständlich auch eine Beurteilung der entsprechenden Fälle unter prognostischen Gesichtspunkten.

Tierärztin beim Gewebeprobenzuschnitt für die histologische Aufarbeitung, Foto: Marcel Suchowski

Histologie

Die histologische Technik dient der lichtmikroskopischen Gewebeuntersuchung. Das fixierte Material wird nach Routineverfahren in Paraffinblöckchen eingebettet, von welchen 3 bis 4 µm dicke Schnitte angefertigt, auf Objektträger aufgezogen und gefärbt werden. Die mikroskopische Untersuchung von Obduktionsmaterial oder Operationsprodukten dient der Absicherung der makroskopischen Diagnose und ermöglicht eine detaillierte Beurteilung der geweblichen Reaktionen zum Beispiel bei Entzündungen. Eine besondere Bedeutung kommt der Histologie bei der Diagnose sowie der prognostischen Beurteilung von Erkrankungen zu, die makroskopisch/klinisch nicht oder nicht sicher zu beurteilen sind (zum Beispiel Tumordifferenzierung, degenerative Leberschäden). Sie dient jedoch auch der Dokumentation des Behandlungserfolges (zum Beispiel Überprüfung der Vollständigkeit einer chirurgischen Resektion).

Eine Reihe ungefärbter Paraffinschnitte
Ungefärbte Paraffinschnitte, Foto: Marcel Suchowski

Immun- und Enzymhistochemie

Die Immunhistochemie dient der Detektion bestimmter Moleküle (Antigene) in Gewebeschnitten mit Hilfe von Antikörpern. Zur Markierung werden Fluoreszenzfarbstoffe oder Enzyme verwendet. Die Immunhistochemie wird in der Routinediagnostik eingesetzt und ermöglicht den schnellen und spezifischen Nachweis von Infektionserregern, eine weitere Tumorcharakterisierung (insbesondere entdifferenzierte Neoplasien), wie auch die Bestimmung von Hormonrezeptoren und Mediatoren.

Mittels Enzymhistochemie werden Enzyme in Gewebeschnitten sichtbar gemacht. Die Aktivität der gesuchten Enzyme wird hierbei ausgenutzt, um ein lösliches Substrat in einen unlöslichen Farbstoff umzusetzen. Verwendung findet dieses Verfahren unter anderem bei der Differenzierung spezifischer Zelltypen, wie z.B. von segmentkernigen Granulozyten mittels Chlorazetatesterase oder von Typ-II-Pneumozyten mittels alkalischer Phosphatase.

Wir setzen immun- und enzymhistochemische Methoden bei Bedarf in der Routinediagnostik, aber auch zu Forschungszwecken ein.

Laborantin beim Pipettieren für die immunhistologische Untersuchung, Foto: Marcel Suchowski

Zellkultur

Die In-vitro-Kultivierung von Säugetierzellen wird unter anderem in der Grundlagenforschung zum eingehenden Studium zellulärer Mechanismen genutzt.

Hierbei werden lebende Zellen aus Organproben in einem aufwändigen Verfahren isoliert und unter definierten Bedingungen kultiviert. Mittels dieses Verfahrens werden beispielsweise Tierversuche an lebenden Tieren minimiert.

Molekularbiologie

Molekularbiologische Untersuchungstechniken dienen sowohl in der Routinediagnostik als auch in der Forschung zum Nachweis vielfältiger Strukturen. So können beispielsweise geringe Mengen an Proteinen oder auch DNA und RNA innerhalb eines Gewebes nachgewiesen werden. Dies dient unter anderem der Verifizierung und Abklärung von Infektionserregern in obduzierten Tieren.

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