Kryptosporidien sind obligate intrazelluläre Protozoen (Einzeller) aus dem Stamm der Apicomplexa. Für die Kryptosporidiose gibt es derzeit kein hinreichend effizientes Therapeutikum. Die infektiösen Oozysten weisen eine hohe Tenazität in der Umwelt auf. Aus diesen Gründen ist die Untersuchung des Lebenszyklus und die Mechanismen der Pathogenität sowie die Suche nach Wirkstoffen notwendig.

Heine-Färbung Kryptosporidien, Foto: Ivette Holzhausen

Characterizing putative virulence factor genes of Cryptosporidium parvum through genotypic analysis of field isolates and through generation and phenotypic characterization of transgenic parasites of these genes

Die Kryptosporidiose gehört sowohl bei Menschen als auch bei Tieren aufgrund besonderer Eigenschaften des Erregers zu den schwer zu bekämpfenden Krankheiten. Um neue Ansatzpunkte für prophylaktische und akute Therapien zu finden ist es notwendig, die Biologie und molekulare Mechanismen dieses einzelligen Parasiten besser zu verstehen. Zu diesem Zweck arbeiten wir an verschiedenen Modellen des genetischen Knock-outs bzw. dem Markieren von bestimmten Genabschnitten in Kryptosporidien, die putativ an dessen Virulenz beteiligt sind.

(Berberich)

Molekulargenetische Charakterisierung und Zytopathogenität von Cryptosporidium parvum-Feldisolaten

Hauptwirte von Cryptosporidium parvum sind Saugkälber in den ersten zwei Lebenswochen. Die Infektion kann subklinisch verlaufen, stellt sich meist jedoch klinisch als starker wässriger Durchfall mit Dehydratation und mitunter tödlichem Ausgang wider. Im Zuge einer Monitoring-Studie zum Durchfall bei neugeborenen Kälbern wurden Kotproben von Tieren aus 61 sächsischen Kälberbetrieben genommen und mittels Karbolfuchsin-Färbung auf Kryptosporidien untersucht. Das Projekt zielt darauf ab, C. parvum-Feldisolate aus diesen Betrieben molekulargenetisch anhand der Sequenzierung des gp60-Genlocus zu charakterisieren und die Zytopathogenität der Isolate in vitro mittels Kultur von humanen Adenokarzinomzellen (HCT-8) und einem modifiziertem MTT-Assay zu evaluieren.

(Holzhausen)

Untersuchungen zum Vorkommen von Kryptosporidien bei Kälbern sächsischer Milchviehhaltungsbetriebe

Kryptosporidien stellen weltweit eine der Hauptursachen für Durchfallerkrankungen bei neugeborenen Kälbern dar. Dabei ist bekannt, dass das gleichzeitige Vorliegen weiterer darmpathogener Erreger den Krankheitsverlauf deutlich verkomplizieren kann. Erkrankte Tiere holen erlittene Defizite zumeist nur unzureichend auf. Die Folge sind kurz- sowie langfristige wirtschaftliche Verluste für die betroffenen Betriebe, gleichzeitig bilden die Erreger ein gesundheitliches Risiko für das Betreuungspersonal.

Ziel dieser Untersuchung war es, das Vorkommen von Kryptosporidien bei Kälbern in Sachsen in den ersten vier Lebenswochen einzuschätzen und ihre Bedeutung im Rahmen des neonatalen Durchfallgeschehens zu bemessen. Hierzu wurden in 60 Milchviehhaltungen Betriebsdaten rund um die Kälberhaltung erfasst, je Betrieb zehn geeignete Kälber ausgewählt und wiederholt Kotproben gesammelt. Die Proben wurden hinsichtlich ihrer Konsistenz beurteilt und anschließend parasitologisch, virologisch, bakteriologisch sowie mykologisch untersucht. Um Zusammenhänge zwischen Erkrankungshäufigkeiten und Betriebsabläufen zu erkennen, werden die gewonnenen Daten einer umfangreichen statistischen Analyse unterzogen.

(Kewitz)

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