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Am Abend des 30.11.2023 fand das Online-Seminar "Kugelschuss auf der Weide" mit rund 500 interessierten Teilnehmenden statt.

Am 30. November 2023 veranstaltete das Institut für Lebensmittelhygiene, Fachbereich Fleischhygiene, der Universität Leipzig von 19 bis 21 Uhr ein Online-Seminar zum Thema „Kugelschuss auf der Weide“.

Der Kugelschuss stellt eine Möglichkeit dar, Rinder, die ganzjährig im Freien gehalten werden, stressarm in ihrer gewohnten Umgebung zu betäuben bzw. zu töten. Anschließend wird das tote Tier für weitere Schlachtarbeiten in einen nahegelegenen Schlachtbetrieb verbracht. Es handelt sich also um eine Form der hofnahen Schlachtung, die sogenannte teilmobile Schlachtung. Die Veranstaltung, die Teil des Projektes "Hofnahe Schlachtung im Dialog" war, diente als Informationsveranstaltung für die beteiligten Akteure (Landwirt:innen, Fleischer:innen, Tierärzt:innen). Hierbei wurde insbesondere auf die Waffenkunde, die aktuelle Rechtslage und Erfahrungen mit diesem Schlachtverfahren eingegangen.

Mit rund 500 Teilnehmenden, darunter Tierärzt:innen, Landwirt:innen und Fleischer:innen aus Deutschland und der Schweiz, erfuhr das Online-Seminar großen Zuspruch. Die Referenten des Abends, Nico Kessler-Thönes von der Hochsitz Akademie und Dr. Martin von Wenzlawowicz vom bsi Schwarzenbek, lieferten tiefgreifende Einblicke in ihre Fachgebiete.

Die Veranstaltung begann mit einer herzlichen Begrüßung durch Prof. Dr. Ahmad Hamedy, gefolgt von einer Präsentation von Dr. Philipp Rolzhäuser über das Projekt "Hofnahe Schlachtung im Dialog". Ziel des Projektes, welches von Juli 2022 bis Dezember 2024 läuft, ist die Status-quo-Analyse und wissenschaftliche Begleitung hofnaher Schlachtungen. Neben der Datenerhebung vor Ort und Untersuchungen im Hinblick auf Tierschutz und Verbraucherschutz, erfolgten zielgruppenorientierte Umfragen. Durch Veranstaltungen, wie dieser, soll ein Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer ermöglicht werden. Anschließend wurde eine kurze Umfrage unter den Teilnehmenden des Online-Seminars durchgeführt. Rund zwei Drittel der Teilnehmenden waren Tierärzt:innen und knapp die Hälfte der Teilnehmenden hatte noch keine Erfahrung mit dem Kugelschussverfahren. Nico Kessler-Thönes gab einen umfassenden Einblick in die Waffenkunde und führte die Teilnehmenden durch die Vielfalt verschiedener Langwaffen, Kurzwaffen und Munitionstypen sowie die Verwendung eines Zielfernrohrs. Sein Vortrag behandelte auch potenzielle Probleme, die beim Kurzwaffenschuss auftreten können. Dr. Martin von Wenzlawowicz vertiefte das Verständnis der Teilnehmenden durch seinen Vortrag über die aktuelle Rechtsgrundlage. Zudem ging er auf die in einigen Bundesländern vorhandenen Leitfäden zur teilmobilen Schlachtung ein. Ein besonderer Fokus lag auf seinem Erfahrungsbericht mit Handlungsempfehlungen zur Durchführung des Kugelschusses sowie Empfehlungen zu Waffen und Munition. Im Anschluss an die Fachvorträge hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen, sodass eine angeregte Diskussion entstand.

Herr Prof. Dr. Hamedy bedankte sich im Namen des Projektteams der Universität Leipzig bei den Referenten und Teilnehmenden für die aktive Beteiligung am Online-Seminar. Es folgte ein Ausblick auf den zweiten Workshop "Hofnahe Schlachtung im Dialog" am 8. Februar 2024 in Leipzig, mit dem Schwerpunkt Tierschutz.

Das Projekt „Hofnahe Schlachtung im Dialog – Untersuchungen zur Hofnahen Schlachtung im Hinblick auf Tierschutz und Verbraucherschutz mit Wissenstransfer für die Praxis“ ist Teil der Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz im Bundesprogramm Nutztierhaltung. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages, Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Förderkennzeichen «2820MDT330.