In verschiedenen Forschungsprojekten erforschen wir endokrinologische Parameter, die bei der Reproduktion der Klein- und Großtiere und Exoten eine wichtige Rolle spielen.

Das Projekt der Arbeitsgruppe Endokrinologie zur endokrinologischen In-ovo-Geschlechtsbestimmungen beim Haushuhn zählt zu den wichtigsten Forschungs- und Transferprojekten des Jahres 2020 der Universität Leipzig. Ein Beitrag im News-Portal der Universität Leipzig als auch eine kleine Broschüre geben einen kurzen Einblick in den Forschungsstand des Projektes.

Aktuelle Forschungsprojekte

Endokrinologin Professorin Almuth Einspanier hält ein Ei in die Luft. Daneben ist ein Prototyp
Die LC-MS/MS-Technologie ermöglicht den In-ovo-Nachweis geringster Mengen des geschlechts-spezifischen Hormons Östronsulfat in Hühnerembryonen und somit die Bestimmung des Geschlechts von Hühnerembryonen.

Projekt

Anwendungsorientierte Untersuchung zur endokrinologischen In-ovo-Geschlechtsbestimmung beim Haushuhn

Zusammenfassung

Derzeit werden in Deutschland jährlich 40 - 50 Millionen männliche Legehennenküken unmittelbar nach dem Schlupf getötet, weil eine eindeutige In-ovo-Geschlechtsbestimmung noch nicht möglich ist. Somit besteht Handlungsbedarf im Bereich des Tierschutzes. Basierend auf der vorangegangenen Etablierung eines geeigneten Verfahrens zur frühzeitigen Geschlechtsdiagnose im embryonalen Harn bebrüteter Hühnereier, wird eine Technisierung der Probennahme aus dem Ei mit der sich anschließenden automatisierten endokrinen Analytik entwickelt.

Publikation

Weissmann A, Reitemeier S, Hahn A, Gottschalk J, Einspanier A. Sexing domestic chicken before hatch: a new method for in ovo gender identification. Theriogenology. 2013 Aug;80(3):199-205. doi: 10.1016/j.theriogenology.2013.04.014.

Auszeichnung

Das Projekt von Prof. Almuth Einspanier zählt zu den wichtigsten Forschungs- und Transferprojekten des Jahres 2020 der Universität Leipzig.

Prof. Almuth Einspanier

Ich hoffe, dass das Schreddern männlicher Küken so schnell wie möglich der Vergangenheit angehört.

Prof. Almuth Einspanier
Entwicklung eines Phantom-Melkstands für Färsen. Tiere, die das Phantom kannten, akzeptierten sofort die neue Situation der Milchabgabe. Kontroll-Färsen mussten vermehrt in die automatische Melkstation gezwungen werden.

Projekt:

Stress-Reduzierung beim Melken von Färsen in automatischen Melksystemen durch Training am Phantom-Melkautomat

Zusammenfassung

Die Studie liefert sowohl einen Beitrag zur Verbesserung des Kuhkomforts in agrarbezogenen Großbetrieben als auch der Nachhaltigkeit der Nutzung von Milchkühen. Die Geburt ist Stress für die Färse. Mit der einsetzenden Laktation und dem plötzlichen Heranführen an das für die Färse unbekannte automatische Melksystem (AMS) wird ein zusätzlicher Stressor gesetzt. Diese unbekannten Situationen erhöhen die Produktion von Stresshormonen, die wiederum negative Auswirkungen auf Milchleistung und Gesundheit der zukünftigen Hochleistungskuh haben. Unser Ziel ist, den Stress für Färsen bei der Nutzung von AMS zu reduzieren und eine Nachhaltigkeit für die zukünftige Milchkuh zu schaffen.

Publikation

von Kuhlberg MK, Wensch-Dorendorf M, Gottschalk J, Wagner T, Herrmann N, Einspanier A. The effects of a training program using a phantom to accustom heifers to the automatic milking system. J Dairy Sci. 2021 Jan;104(1):928-936. doi: 10.3168/jds.2020-18715.


Projekt:

Untersuchung von Risikofaktoren für Milchkühe und Färsen bezüglich einer erfolgreichen Konzeption und einer verlustarmen Kalbung

Zusammenfassung

Die erste Kalbung geht häufig mit einer hohen Verlustrate der Kälber einher, da Färsen offensichtlich sehr sensibel auf nicht optimale Haltungsbedingungen reagieren. Bei optimalen Haltungsbedingungen kann die Verlustrate auch bei der ersten Kalbung langfristig unter 5% liegen und muss nicht zwangsläufig höher sein als bei Mehrkalbskühen. Hier ist zu klären, welche Haltungs- und Fütterungsfaktoren das Verlustgeschehen bei der ersten Kalbung am stärksten beeinflussen und welche Parameter zur Überwachung der Produktionssicherheit genutzt werden können. Daraus sollen Fütterungs- und Haltungsempfehlungen für die Betriebe erarbeitet werden, um das Wohlergehen der Tiere zu fördern und die Haltungsbedingungen zu verbessern.

Spezies Hai

In verschiedenen Projekten untersuchen wir die Blut- und Stressparameter sowie den Reproduktions- und Gesundheitsstatus von Exoten wie hier beim braungebänderten Bambushai. Foto: VPCI, AG Einspanier

Projekt:

Erarbeitung von generellen Blut- und Stressparametern sowie Ultraschalluntersuchung zur Einordnung des Reproduktions- und Gesundheitsstatus bei Riffhaien

Zusammenfassung

In der letzten Zeit werden Haie einerseits vermehrt in menschlicher Obhut gehalten und andererseits nimmt der Haibestand in der freien Wildbahn drastisch ab. Die Gründe für die Reduktion der Tiere im Freiland werden in einer Veränderung ihrer Umgebung vermutet. Um dies beurteilen zu können, sind messbare Parameter, wie z.B. Blutwerte, zur Gesundheitsbeurteilung notwendig. Erstaunlicherweise existieren fast keine Angaben über generelle Blutparameter beim Hai. Ziel des Projektes ist deshalb die Erarbeitung von Referenzbereichen für Blutparameter (u.a. Elektrolyte, Leber- und Nierenwerte), Ultraschalluntersuchungen von Organsystemen und Stressparametern, um eine Einordnung des gesundheitlichen Status von Haien vornehmen zu können. Diese Daten werden helfen die Haltung von Haien in menschlicher Obhut bewerten zu können und Therapien einzuleiten. Und mit diesen Referenzwerten lässt sich die Situation der Haie in freier Wildbahn besser beurteilen, und entsprechende Arterhaltungsprogramme starten, um den Fortbestand der vom Aussterben bedrohten Tierspezies Hai zu sichern


Spezies Weißbüschelaffe

Am human-relevanten Tiermodell des Weißbüschelaffen (Callithrix jacchus) werden alters- und geschlechtsspezifische Einflüsse und die Bedeutung von pränatalem Stress auf den Glucose- und Fettstoffwechsel untersucht.

Projekt:

Magen-Darm-Erkrankungen bei Weißbüschelaffen: Diagnose, Ursachen, Therapie

Zusammenfassung

Weißbüschelaffen (Callithrix jacchus) erkranken häufig am Wasting Syndrom, dass hauptsächlich durch Diarrhoe und Abmagerung gekennzeichnet ist. Die Letalität ist sehr hoch und die diskutierten Ursachen recht divergent. Im Rahmen dieses Projektes klären wir bakteriologische / virale Gründe, stressbedingte Ursachen und mögliche Futtermittelunverträglichkeiten. Dazu werden neben Analysen von Kot und Blut auch Biopsien von Dramabschnitten entnommen und analysiert.


Projekt

Alters- und geschlechtsspezifische Einflüsse auf die Entwicklung des metabolischen Syndroms

Zusammenfassung

Das Metabolische Syndrom spielt beim Menschen eine wichtige pathogenetische Rolle bei der Entwicklung von Herzkreislauferkrankungen und befindet sich weltweit auf dem Vormarsch. Charakteristisch ist eine Kombination verschiedener kardiovaskulärer Risikofaktoren: Glukoseintoleranz, Adipositas, Dyslipidämie sowie arterielle Hypertonie. Am human-relevanten Tiermodell des Weißbüschelaffen (Callithrix jacchus) werden alters- und geschlechtsspezifische Einflüsse auf Glucose- und Fettstoffwechsel sowie die Bedeutung von pränatalem Stress für diese multifaktorielle Erkrankung untersucht.

Ausgewählte Publikationen

  • Mietsch M, Baldauf K, Reitemeier S, Suchowski M, Schoon HA, Einspanier A. Blood pressure as prognostic marker for body condition, cardiovascular, and metabolic diseases in the common marmoset (Callithrix jacchus). J Med Primatol. 2016 Jun;45(3):126-38. doi: 10.1111/jmp.12215.
  • Mietsch M, Einspanier A. Non-invasive blood pressure measurement: values, problems and applicability in the common marmoset (Callithrix jacchus). Lab Anim. 2015 Jul;49(3):241-50. doi: 10.1177/0023677214565843.
  • Buchwald U, Teupser D, Kuehnel F, Grohmann J, Schmieder N, Beindorff N, Schlumbohm C, Fuhrmann H, Einspanier A. Prenatal stress programs lipid metabolism enhancing cardiovascular risk in the female F1, F2, and F3 generation in the primate model common marmoset (Callithrix jacchus). J Med Primatol. 2012 Aug;41(4):231-40. doi: 10.1111/j.1600-0684.2012.00551.x.

 


Weitere exotische Spezies

In einem vergangenen Projekt wurde untersucht, ob die Trächtigkeit von Zweifingerfaultieren über eine Hormonanalyse des Kots überwacht werden kann. Foto: Chaovarut Sthoop, Colourbox

Projekt:

Tierwohl und Reproduktion in menschlicher Obhut und im Freiland von exotischen Spezies

Zusammenfassung

Die Untersuchung der Stress- und Reproduktionsachse bei diversen Exoten mit Blick auf Haltung und Tierinteraktion dient dem Tierwohl sowie der Arterhaltung. Vergesellschaftungsformen von verschiedenen Spezies sind Gegenstand neuer Zookonzepte, die es mit Blick auf das Tierwohl zu prüfen gilt. Um physiologische und pathologische Situationen bezüglich der Haltung und Reproduktion bei Exoten beurteilen zu können, ist die Etablierung nicht-invasiver Verfahren unerlässlich. In Kooperation mit verschiedenen zoologischen Gärten und Züchtern werden/wurden geeignete Methoden zur Stress-, Fertilitäts-, Zyklus- und Trächtigkeitsdiagnostik bei Primaten, Brillenbären, Faultieren, Tigern, Vögeln, Fischen, Haien und Seekühen etabliert, die in der Praxis Anwendung finden sollen.

Ausgewählte Publikationen

  • Troll S, Gottschalk J, Heuer J, Einspanier A, Thielebein J. Endocrine pregnancy monitoring in the two-toed sloth (Choloepus didactylus): "Pregnant or not pregnant". Theriogenology. 2015 Jul;84(1):137-44. doi: 10.1016/j.theriogenology.2015.02.022.
  • Russ A, Reitemeier S, Weissmann A, Gottschalk J, Einspanier A, Klenke R. Seasonal and urban effects on the endocrinology of a wild passerine. Ecol Evol. 2015 Nov ;5(23):5698-710. doi: 10.1002/ece3.1820.
  • Volkery J, Gottschalk J, Sobiraj A, Wittek T, Einspanier A. Progesterone, pregnanediol-3-glucuronide, relaxin and oestrone sulphate concentrations in saliva, milk and urine of female alpacas (Vicugna pacos) and their application in pregnancy diagnosis. Vet Rec. 2012 Aug 25;171(8):195. doi: 10.1136/vr.100393.

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